Anton Mahnič

Bischof, Doktor der Theologie, Professor, Schriftsteller, Kritiker, Redakteur.

ANTON MAHNIČ (Kobdilj 1850- 1920 Zagreb).

Anton Mahnič ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der slowenischen Kultur, Politik und Kirche zum Ende des 19. Jahrhunderts. Nach 1897 spielte er eine ähnliche Rolle auch in Kroatien. Er war eine Person mit außerordentlich festen und unumstößlichen Anschauungen in allen Bereichen, in denen er tätig war. Nach dem Gymnasium und dem Studium der Theologie in Gorizia/Gorica und seinem Doktorat an der Wiener Universität begann er, im Jahr 1881 als Professor am Priesterseminar in Gorizia/Gorica zu arbeiten. Er war Redakteur zahlreicher Zeitschriften: das Diözesanblatt Folium Periodicum, Soča, im Jahr 1888 begann er seine eigene Zeitschrift Rimski katolik (Römischer Katholik) herauszugeben, in der er seine streng katholischen Ansichten gegenüber Gesellschaft, Politik und Kunst darlegte. In seinen Artikeln trat er scharf gegen einige Schriftsteller und Dichter auf, besonders gegen Josip Stritar und Simon Gregorčič. Er warf ihnen inkonsequente (Welt)Anschauungen und den Einfluss von Liberalismus, Skeptizismus und anderer nichtkatholischer Anschauungspositionen vor. Er löste damit eine öffentliche Diskussion in der slowenischen Kultur und Politik aus und beschleunigte somit die „Teilung der Geister“ und somit das Ende einer Periode allgemeinen Einvernehmens in der damaligen slowenischen Politik.

Im Jahr 1897 wurde er zum Bischof auf der Adriainsel Krk ernannt. Er gründete das katholische Blatt Hrvaška straža (Kroatische Wache) und einige andere Zeitschriften. Außerhalb von Kroatien half er bei der Gründung kroatischer akademischer Vereine mit, er war auch bei Bildungs- und Genossenschaftsorganisationen auf dem Land tätig. Er trat entschlossen für den Gebrauch der kroatischen Sprache im Schulwesen und des altslawischen glagolitischen Gottesdienstes in der Kirche ein. Im Jahr 1902 gründete er auf der Insel Krk die Altslawische Akademie und eine Druckerei. Für seine Tätigkeit musste er sich im Vatikan verteidigen. Er war auch der Unterzeichner der sogenannten Maideklaration, er sandte eine Denkschrift an die Pariser Friedenskonferenz, in der er für den Anschluss an Jugoslawien eintrat. Im Jahr 1919 wurde er wegen seiner Tätigkeit für ein Jahr in die Nähe von Rom verbannt, wo er schwer erkrankte. Nach der Rückkehr nach Zagreb starb er. Seine sterblichen Überreste wurden feierlich von Zagreb in den Dom von Krk überführt.

Schon auf dem Gymnasium begann seine literarische Tätigkeit. Sein bekanntestes belletristisches Werk ist die Kurzgeschichte „Kako je oče Kobenzl na Dunaj kraški sir nosil“ (Wie Vater Kobenzl den Karstkäse nach Wien trug) (1881). Er war ein erfolgreicher und vielseitiger Schriftsteller, er verfasste ausgezeichnete Schriften publizistischer und anderer literarischer Richtungen - von ernsten Kommentaren, Essays bis zu Humoresken und besonders scharfen satirischen Schriften.

Im Inneren der Kirche in Štanjel befindet sich eine Gedenktafel ihm zu Ehren. Seit 2000 schmückt die Fassade der Sakristei sein Bronzeporträt, ein Werk von Evgen Guštin. Auf der Insel Krk ist eine Straße nach ihm benannt und in Kroatien ist er ein Kandidat für die Heiligsprechung.

GPS: 45.8160900, 13.8519580

 

Zurück zur Liste
Anton Mahnič_01Anton Mahnič_02Anton Mahnič_03Štanjel cerkevKobdilj trg